Upcoming! Patricia Waller - "Paradise Lost"

21 Jul – 24 Sep 2022
Patricia Wallers Einzelausstellung präsentiert ihre jüngste Werkreihe mit dem Titel "Victims" und ist den schwächsten und wehrlosesten Mitgliedern unserer Gesellschaft gewidmet, den Kindern.

Vernissage:
Mittwoch, 20. Juli 2022
Angesichts des Ernstes des Themas verzichtet die Künstlerin in diesem Fall ganz bewusst auf die ironische Brechung und den schwarzen Humor, die ihre Arbeiten sonst so oft auszeichnen. Die Coronakrise mit ihren einhergehenden sehr harten Lockdowns (besonders in Spanien, Frankreich und Italien, und aktuell in China, wo Menschen zeitweise über Wochen ihre Wohnungen nicht verlassen durften) hat die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit erneut auf das Problem häuslicher Gewalt gelenkt, der Kinder so häufig ausgesetzt sind, und die in dieser Zeit durch das Eingesperrtsein von Familien, durch Home Office und der dadurch ausgelösten Überforderung, sicher zugenommen hat. Aber das Problem ist natürlich alles andere als neu. Auch sexuelle Übergriffe auf Kinder sind in den letzten Jahren medial wieder stark in den Fokus geraten, besonders durch die Übergriffe im Rahmen der katholischen Kirche und deren Vertuschungsversuche, aber auch durch neue Erkenntnisse bezüglich der systematischen Misshandlung nativer Kinder in kanadischen Schulanstalten im 20. Jahrhundert und durch die immer wiederkehrenden Schulmassaker in den USA. Die schrecklichen Auswirkungen von Kriegen auf die körperliche und psychische Gesundheit von Kindern wird uns gerade dieser Tage wieder eindrücklich vor Augen geführt, ist aber auch ein bekanntes Problem, das in deprimierendem Ausmaß allen ach so wunderbaren Errungenschaften unserer fortschrittlichen Zivilisation trotzt. In Wallers Arbeiten geht es dabei nicht nur um die direkten Opfer von Bombenangriffen oder anderen Kampfhandlungen, sondern auch um zwangsrekrutierte Kindersoldaten als Opfer von Gewalt, die von Erwachsenen ausgeht, ebenso wie um traumatisierte Kinder in Flüchtlingslagern. Die Kombination von heimeliger Häkelarbeit mit verstörenden Inhalten, seit jeher ein Markenzeichen von Wallers Skulpturen, ist in diesen Werken besonders erschütternd und aufrüttelnd.

Patricia Waller's most recent series of work is entitled "Victims" and is dedicated to the weakest and most defenseless members of our society, the children. In view of the seriousness of the topic, the artist deliberately dispenses with the ironic hyperbole and black humor, which are so often a hallmark of her works. The corona crisis with its occasionally strict lockdowns (especially in Spain, France and Italy, as well as currently in China, where people were at times not allowed to leave their apartments), has again drawn public attention to the problem of domestic violence, to which children are so often exposed. This has increased during this time of home office and increased stress when families were forced to share confined spaces continuously over weeks. The problem is, of course, anything but new. Sexual abuse of children has also come into focus again in the past few years, especially with news about widespread abuse by members of the Catholic Church and subsequent attempts of cover-up. Along the same lines are new revelations regarding the systematic abuse of native children in Canadian institutions during the 20th century, as well as the recurrence of school shootings in the United States. The terrible effects of wars on the physical and mental health of children is also something very much in the news again these days, but it, too, is an age-old problem that defies all the achievements of our advanced civilization that we are so proud of. Waller's work is not only concerned with the direct victims of bombings or other forms of warfare, but also with forcibly recruited child soldiers as victims of violence exerted by adults, as well as with traumatized children in refugee camps. In these works, Waller's characteristic combination of homely crochet work with disturbing subject matter is particularly shocking and disturbing.