Von Menschen und Mauern

28 Oct 2019 – 14 Feb 2020
Mit seiner Videoinstallation der Performance "Vopos in the East and Fopos in the West" präsentiert Stefan Roloff im Schloss Biesdorf den Umgang mit der alltäglichen Präsenz der Berliner Mauer.

Vor 30 Jahren, am 9. November 1989, wurde die Berliner Mauer geöffnet. Zuvor hatte der SED-Funktionär Günter Schabowski bei einer Pressekonferenz aus Versehen verkündet, die neue Reisefreiheit für DDR-Bürger würde sofort in Kraft treten. Sein Satz „Das tritt nach meiner Kenntnis … ist das sofort, unverzüglich“, ließ Tausende Menschen zu den Grenzübergängen strömen und ist in die Geschichte eingegangen. Viele Veranstaltungen in der ganzen Stadt stehen in diesen Tagen im Zeichen des bedeutenden Jubiläums – so auch die neue Ausstellung im Schloss Biesdorf (Alt-Biesdorf 55).
„Von Menschen und Mauern“, so der Titel der Schau, zeigt neben verschiedenen künstlerischen Arbeiten zur innerdeutschen Grenze, ihrer Öffnung und ihrem allmählichen Verschwinden auch Positionen zu Mauern, die noch heute auf der ganzen Welt Menschen ab- und ausgrenzen, sie einsperren, beengen und voneinander trennen.

Zu sehen sind Werke verschiedener Genres wie Malerei, Grafik, Plastik, Fotografie, Performance, Multimedia und Video.
Die beteiligten Künstler haben übrigens die Zeiten aktiv miterlebt, als die Mauer noch stand. Dies erklärt auch den Charakter der Arbeiten. Einige wirken wundersam, andere realistisch und wieder andere wütend oder auch nachdenklich.

Zum Werk von Stefan Roloff:
Direkt an der Mauer errichtet Roloff in der eingemauerten Stadt einen Wachturm. Seine in Uniformen samt Schäferhund angetretenen Akteure lässt er vor den Augen der Grenzsoldaten an der Bernauer Straße und später im Quartier Latin ein anti-militärisches Ballett aufführen.