FRAUEN ÜBER-FRAUEN 

Eine Ausstellung zum Weltfrauentag in Berlin.

Mit Arbeiten von Elvira Bach, Xenia Hausner, Seet van Hout, Lies Maculan, Deborah Sengl, Yukiko Terada und Patricia Waller

 

7. März - 13. April 2019

Eröffnung: Donnerstag, den 7. März 2019

Zur Eröffnung spricht Christiane Stuetzle Scharf, Rechtsanwältin, Fachanwältin für Urheber- und Medienrecht

Grußwort per Video von Claudia Roth, MdB, Vizepräsidentin Deutscher Bundestag

 

Als einziges Bundesland Deutschlands würdigt Berlin den internationalen Frauentag am 8. März ab diesem Jahr als offiziellen Feiertag. Zu diesem Anlass richtet die Galerie Deschler Berlin eine Ausstellung aus, die Arbeiten der von ihr vertretenen Künstlerinnen zum Thema Frauen zusammen- und gegenüberstellt: FRAUEN ÜBER-FRAUEN.

In seiner gut 100-jährigen Geschichte spiegelt der Tag die zahlreichen historischen Um­brüche des 20. Jahrhunderts wider. Hervorgegangen aus einer Konferenz sozialistischer Frauen im Jahr 1910, wurde der Internationale Frauentag im Folgejahr erstmals ausge­rufen, später von den Nazis verboten und von der DDR als sozialistischer Feiertag wieder­eingeführt. 1977 proklamierten die UNO den 8. März als "Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden". Anfänglich verbunden mit der Forderung nach dem Wahlrecht für Frauen, wurde er ab den 1970ern ein wichtiges Datum für Aktivistin­nen, die sich für die umfassende Gleichberechtigung von Frauen einsetzen.

Der Feminismus selbst hat sich seit den 1960er und 70er Jahren stark weiterentwickelt und differenziert. Dementsprechend vielfältig und individuell sind die Sichtweisen der teil­neh­men­den internationalen Künstlerinnen auf das Thema Frau. Die Arbeiten der jüngeren Generation bestechen unter anderem durch lyrischen Verschlüsselungen bei Yukiko Terada(Japan), ironisch gebrochene, kritische Allegorien bei Deborah Sengl(Öster­reich) und visuelle Paradoxe bei Lies Maculan(Österreich). Dem gegenüber stehen die mehr malerisch ausgerichteten Arbeiten etablierterer Künstlerinnen, so die Reflexion des speziell weiblichen Blickes auf die Frau bei Xenia Hausner(Österreich) und die heroische Selbstinszenierung bei Elvira Bach(Deutschland). In einer Kategorie für sich anzusiedeln ist der bitterböse Galgenhumor der lebensgroßen Häkelskulpturen von Patricia Waller(Deutsch­land) unddie Arbeiten der holländischen Künstlerin Seet van Hout(Holland), die im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Rahmen fallen und sich durch ihre filigrane Ästhetik und offenen Formen auszeichnen. Van Hout installiert ihre Arbeiten häufig direkt im Raum, wo sie Fäden und Textilien an Wänden und Boden anbringt und so poetische und feine Installationen dreidimensional zeichnet. Zusammen schaffen sie ein Panoptikum, das Schlaglichter auf die komplexe, sich ständig verschiebende kulturelle Wahrnehmung der Frau, ihre gesell­schaft­liche Rolle und weltanschauliche Einordnung in der zeitgenössischen Welt wirft, wie auch auf die damit verbundenen ideologischen Grabenkämpfe.