Biography

Der in New York lebende Künstler Tony Conway wurde 1951 in New Hampshire geboren und u. a. am MIT Cambridge ausgebildet. Während er anfangs hauptsächlich Skulpturen schuf, wandte er sich in den 1990ern Kunststoff und den Möglichkeiten computermanipulierter Bilder zu.
Beim Betrachten seiner Arbeiten fällt als erstes auf, dass es sich um abstrakte Bilder handelt, die in einem materiellen Objekt erscheinen. Dies resultiert aus Conways Vorgehensweise, die Fotografie, Malerei, Zeichnung und Skulptur verbindet. Ausgangspunkt ist das Foto, welches in einem stark reduktiven Prozess auf seine wesentlichen Formen und räumlichen Elemente kondensiert wird. Die digital bearbeiteten Bilder werden auf semitransparenten Plexiglasschichten mit Acrylfarben und Grafitzeichnungen verbunden. Die verschiedenen Schichten, von denen jede ihre eigene Bildinformation trägt, verschmelzen nicht völlig zu einer Einheit, sondern bewahren ihr aufeinander bezogenes Eigenleben. Die jedem Bild zu Grunde liegende Momentaufnahme hält zunächst den vom Strom des Geschehens isolierten Augenblick fest. Dann aber entpuppt sich die eigentümlich dreidimensionale Struktur der Bilder als zeitlicher Prozess, in dem Schicht nach Schicht übereinander gelegt wurde. Im Ergebnis sind Conways Abstraktionen dabei weder völlig systematisch noch rein zufällig. Wie in Erinnerungsbildern, in denen durch das Absinken im Gedächtnis eine Allgemeingültigkeit entsteht, bleiben gewisse Einzelheiten haften, während andere verschwinden. Im Resultat entstehen daraus zart getönte, milchig unscharfe Bilder zwischen Wirklichkeit und Erinnerung, die von der Imagi- nation des Betrachters vervollständigt werden. Conway lässt den Werken bewusst ihre Offenheit. Der Moment erscheint nicht so sehr eingefroren als vielmehr verlangsamt, wobei sich die Figuren zu archetypischen Gestalten verdichten. Selbst die zarte Färbung der Bilder scheint einer nachträglichen subjektiven Tönung des Erinnerungsbildes zu entsprechen. Wiederkeh- rende Themen sind die menschliche Form, Skulptur und Architektur.

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